Was spricht dafür, die Stempeluhr abzuschaffen und auf Vertrauensarbeitszeit überzugehen, und was spricht dagegen. Ich brauche sachliche Argumente für eine Diskussionsgrundlage.
Das können auch Punkte sein wie z. B. dass das Stempeln eine faire Anlegenheit ist, weil dann die Anwesenheit korrekt dokumentiert ist und Mauscheleien vermieden werden.
Oder: Bei Stempeln wird nur die Anwesenheit erfasst, aber nicht, ob jemand effektiv arbeitet.
Oder: Der administrative Aufwand, Fehlzeiten nachzutragen, entfällt, wenn nicht mehr gestempelt wird.
Die wirklich interessante Frage ist: Was passiert mit der Zeit, die über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus geleistet wurde? Wird die sowieso ersatzlos gestrichen? Dann braucht man auch keine Stempelei.
wilmien hat geschrieben:Wie ist es mit den Rauchern, in manchen Firmen muss dafür ausgestochen werden.
Solche Nickeligkeiten würden dann eben entfallen.
Ich persönlich finde Stempeln gerechter, und eben Ausstempeln, wenn man Pause macht. Unsere Stempeluhr zieht allerdings auch Pausen automatisch ab, 15 Minuten Frühstück Punkt 9:00-9:15 (egal ob man die macht oder nicht), 30 Minuten Mittag (wenn man ausstempelt, wird das verrechnet), und wenn man länger als 9 Stunden arbeitet, noch einmal 15 Minuten.
Bei Stempeln: Raucher stempeln aus. Diejenigen, die sich einen Kaffee holen und dabei mit den Kollegen ein Schwätzchen halten nicht. Es werden automatisch 30 Min MiPa sowie 15 Min Pause nach 9 Stunden Arbeit abgezogen.
Bei Nichtstempeln: Die Mehrarbeit kann notiert und später abgeglitten werden. Brückentage sind einzuarbeiten.
ach so ... gibt's bei uns nicht ... hier wird gearbeitet (oder man nimmt sich halt frei)
und wenn die MA selbst notieren ... da bin ich nicht so für, da haben wir (alte Firma, wir mussten eigenständig die Zeit eintragen) auch schon Betrügereien erlebt
Nie mehr würde ich Vertrauensarbeitszeit wollen (ok ich werde nicht gefragt...).
Wir haben sie und ich hasse sie, weil es einfach ungerecht ist. Wir können die Überstunden nicht geltend machen, auch wenn wir welche machen. Natürlich ist das auch Chefsache. Aber gerechter ist das Stempeln.
Der Mitarbeiter notiert selber (wenn er will). Ich würde, wenn ich nicht stempeln würde, die Arbeitszeit in Excel erfassen, weil ich mit der Vertrauensarbeitszeit schon meinen Ärger hatte. Ich hatte nachweislich locker weit 100 Überstunden und vereinbart, diese nach Beendigung des Projektes abzugleiten. Es waren knapp 2 Wochen, die ich abgeglitten hatte. Hinterher kam der GF und konnte sich nicht vorstellen, dass ich soviele Stunden reingearbeitet hatte. Mein Chef stand leider nicht hinter mir. Ich gab dem GF dann meine Excellisten. Die haben ihn zwar auch nicht überzeugt, aber das Thema war dann vom Tisch. Zumal ich auch Emailverkehr an den Wochenenden und auch noch um 22 Uhr oder später vorlegen konnte.
Allerdings war die Vertrauensarbeitzeit dann keine mehr für mich. Ich habe mich soweit es möglich war, die die vorgegebenen Zeiten gehalten und nur im Notfall Überstunden gemacht, die ich dann aber sehr zeitnah abgebummelt habe. Ich weiß auch von Kolleginnen, die definitiv nicht ihre vorgeschriebenen 8 Stunden täglich gearbeitet haben sondern immer ein bischen weniger.
Faier ist stempeln in jedem Fall. Und wenn einer nicht arbeiten will, dann sitzt er mit oder ohne Stempeluhr die Zeit ab. Aber diejenigen, die wirklich Überstunden leisten, sind mit Stempeln besser dran.
Hannah, hier können die Brücketage freigenommen werden mit GZ oder Urlaub oder man arbeitet doch. Beim Stempeln ist die Hemmschwelle definitiv höher, die Zeitbeauftrage eine "vergessene" Stempelzeit falsch eintragen zu lassen.
Wir stempeln hier. Das Thema wird in einer der nächsten Teamleitersitzungen zur Diskussion gestellt. In diesen Sitzungen wird immer mal was auf den Prüfstand gestellt. Vor allem die neuen Mitarbeiter sind angehalten, Dinge einfach mal zu hinterfragen. Das hat der neue Kollege getan mit dem Thema "Stempeln". Ich habe, als ich das erste Protokoll erstellt hatte, vorgeschlagen, das Protokoll nicht mehr handschriftlich mitzuschreiben sondern gleich in den PC zu tippen. Seitdem machen wir das so, und alle sind begeistert, dass noch am selben Tag der Sitzung das Protokoll verschickt wird und nicht erst eine Woche später oder so .
Also wir haben hier auch immer mal wieder Mitarbeiter, die spät kommen und früh gehen und nicht ihre erforderliche Stundenzahl schaffen. Das merkt das System dann eben auch und man kann gegensteuern. Bei Vertrauensarbeitszeit wäre das schwieriger.
(Wir suchen jetzt Argumente für die Stempelei, also Vorteile aus der Sicht des Chefs, ja?)
Ganz klar pro: würde auch gern stempeln (wir haben Vertrauensarbeitszeit). Verschiedene Firmierungen hier am Standort tun das auch, aber wir hier im HQ als AT eben nicht.
Und Mitarbeiter der anderen Firmen im Konzern stempeln bestimmt nicht jedes Mal zum Rauchen aus... und da die Raucherecke genau hinter meinem Fenster ist weiß ich, dass manche das "Hobby" recht exzessiv betreiben
Ich finde das eine schöne Firmenpolitik, die ihr da habt, Ellen!!